Glaukom (Grüner Star): Symptome & Glaukomanfall erkennen
Eine fortschreitende Schädigung des Sehnervs – oft lange ohne Beschwerden. Ein akuter Glaukomanfall dagegen verursacht plötzliche, heftige Symptome und ist ein Notfall.

Überblick
Beim Glaukom (Grüner Star) wird der Sehnerv geschädigt – häufig, aber nicht immer, durch einen erhöhten Augeninnendruck. Die dabei entstehenden Ausfälle im Gesichtsfeld sind nicht wieder rückgängig zu machen.
Das Tückische: Die häufige chronische Form verläuft über Jahre schleichend und ohne Schmerzen. Deshalb ist die regelmäßige Früherkennung so wichtig – je früher das Glaukom erkannt wird, desto besser lässt sich das Sehvermögen erhalten.
Anders beim akuten Glaukomanfall: Hier steigt der Augeninnendruck plötzlich stark an. Die Symptome eines Glaukomanfalls sind unübersehbar – heftige Augen- und Kopfschmerzen, ein hartes, gerötetes Auge, verschwommenes Sehen mit Farbringen um Lichtquellen sowie Übelkeit und Erbrechen. Ein Glaukomanfall ist ein augenärztlicher Notfall und muss sofort behandelt werden.
Symptome
- Chronisches Glaukom: über lange Zeit keine spürbaren Symptome
- Allmählicher Verlust des äußeren Gesichtsfelds, später „Tunnelblick“
- Nachlassendes Kontrast- und Dämmerungssehen
- Glaukomanfall – Symptome: plötzliche, sehr starke Augen- und Kopfschmerzen
- Glaukomanfall: hartes, gerötetes Auge, verschwommenes Sehen, Farbringe um Lichtquellen
- Glaukomanfall: Übelkeit und Erbrechen, rasche Sehverschlechterung innerhalb von Stunden
Ursachen & Risikofaktoren
- Erhöhter Augeninnendruck
- Lebensalter über 40 Jahre
- Glaukom in der Familie (erbliche Veranlagung)
- Starke Kurzsichtigkeit, Diabetes, Durchblutungsstörungen
- Niedriger Blutdruck und dünne Hornhaut
- Langfristige Kortison-Behandlung
Diagnose
Die Glaukom-Diagnostik ist schmerzfrei und dauert etwa 30 Minuten. Grundlage sind die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) und die genaue Beurteilung des Sehnervenkopfes.
Mit der OCT stellen wir die Nervenfaserschicht am Sehnerv dar und erkennen Verluste, lange bevor sie im Gesichtsfeld auffallen. Die Perimetrie (Gesichtsfeldmessung) deckt bestehende Ausfälle auf, die Pachymetrie bestimmt die Hornhautdicke zur richtigen Einordnung des Druckwerts.
Bei Verdacht auf einen akuten Glaukomanfall messen wir umgehend den Augeninnendruck und beurteilen den Kammerwinkel – hier zählt jede Stunde.
Behandlung
Ziel jeder Behandlung ist die dauerhafte Senkung des Augeninnendrucks, um das Fortschreiten aufzuhalten. In der Regel beginnt die Therapie mit drucksenkenden Augentropfen.
Reichen Tropfen nicht aus, kommen eine schonende Lasertherapie (SLT) oder eine Operation infrage. Entscheidend sind regelmäßige Verlaufskontrollen mit Augeninnendruckmessung, Beurteilung des Sehnervs und Gesichtsfeld- bzw. OCT-Untersuchung.
Beim akuten Glaukomanfall senken wir den Druck zunächst rasch medikamentös und behandeln anschließend die Ursache.
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